Die vielleicht grösste Stadt der Welt
Eine der größten Städte der Welt, wenn nicht sogar die größte. Kommt ein wenig drauf an, wie man die Menge an Einwohnern zählt. Im Internet wird Chongqing gerne als „5D-Stadt“ bezeichnet und sieht auf den Bildern und Videos schon ziemlich verrückt aus. So verrückt, dass wir beschließen, uns selbst ein Bild zu machen, und den 3,5-stündigen Flug aus Seoul antreten.
Insgesamt sind wir drei Nächte dort und haben ein Zimmer im 55. Stock, sodass wir auch nach Sonnenuntergang einen schönen Blick über die Stadt haben. Ganz so reibungslos lief der Einzug aber nicht, denn das erste Zimmer mussten wir direkt wieder tauschen. Vom Geruch her erinnerte es ein wenig an die Raucherkabinen am Flughafen, so stelle ich mir den Geruch dort drin zumindest vor. Irgendwer hat es mit dem „Non Smoking“ wohl nicht soooo ernst genommen. Der Wechsel ging aber schnell und unkompliziert und kurz darauf sitzen wir statt im ursprünglich gebuchten 53. nun im 55. Stock. Guter Tausch.
Der Plan für Chongqing besteht eigentlich aus rumlaufen, Stadt angucken, einer Foodtour am ersten kompletten Tag und noch mehr rumlaufen und dabei viele nette Sachen essen und trinken. Klassischer Städtetrip würde ich sagen. An den berühmten Chongqing-Hotpot haben wir uns am Ende nicht ran gewagt, denn die feuerrote Flüssigkeit sah einige Level zu scharf für uns aus.
Die Foodtour war ok, aber den Preis am Ende nicht wert. Immerhin gab es ein paar ganz nette Stories zur Stadt und ein bisschen Orientierung für die nächsten Tage, das Essen war aber nur ok. Kann ja nicht jede Foodtour mega sein.



















Ziemlich cool war dafür der zweite Abend. Gegen späten Nachmittag fahren wir auf die andere Flussseite, um uns die Skyline bei Sonnenuntergang anzusehen. Auf dem Rückweg stellen wir dann fest, dass die über den Fluss führende Brücke für Autos gesperrt ist und wir so einfach zu Fuß auf die andere Seite wandern können. Und als wäre das nicht schon genug, gibt es von der Brücke aus auch noch eine Drohnenshow zu sehen. Sehr cool.
Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Chongqing ist die Monorailbahn, die in einem Wohnhaus verschwindet. Die Rede ist von der Liziba Station auf Linie 2, und das Spektakel ist tatsächlich genau das, wonach es klingt: Der Zug fährt zwischen dem 6. und 8. Stockwerk einmal quer durch ein 19-stöckiges Wohnhaus. Über und unter den Gleisen wird ganz normal gewohnt, angeblich rund 400 Haushalte. Anders als man vermuten würde, wurde die Bahn aber nicht nachträglich durch ein bestehendes Haus gebohrt, sondern Haus und Station von Anfang an zusammen geplant und gebaut. Dank gummibereifter Räder und ordentlich Lärmdämmung sollen die Bewohner von der durchrauschenden Bahn kaum etwas mitbekommen. Seit die Station vor ein paar Jahren im Netz viral ging, pilgern Jahr für Jahr Millionen Menschen hierher.
Entsprechend müssen auch wir da natürlich hin und stellen vor Ort fest, dass wir nicht die Einzigen mit dieser Idee sind. Surprise. Unten an der offiziellen Aussichtsplattform schiebt sich die Menge, jeder will den einen Moment erwischen, in dem der Zug ins Gebäude eintaucht. Glücklicherweise entdeckt Anika aber einen kleinen Treppenaufgang in der Nähe der Station, und dieser führt gegen eine kleine Gebühr in eine quasi leere Wohnung, aus der man in Ruhe super Fotos von der Bahn und der Wohnung selbst machen kann. Deutlich entspannter als das Gedränge unten und definitiv zu empfehlen.







Dazu-Felsgrotten
Neben der Stadt selbst unternehmen wir auch noch eine Tagestour zu den Dazu-Felsgrotten.
Die Felsskulpturen von Dazu (大足石刻, Dàzú Shíkè) sind eine Reihe bedeutender religiöser Steinschnitzereien, deren Ursprünge bis ins 7. Jahrhundert zurückreichen. In ihrer Darstellung verschmelzen buddhistische, konfuzianische und daoistische Vorstellungen. Seit 1999 zählen sie zum UNESCO-Welterbe. Unter dem Begriff werden rund 75 geschützte Stätten zusammengefasst, die schätzungsweise 50.000 Statuen sowie über 100.000 chinesische Schriftzeichen an Inschriften enthalten. Zu finden sind sie an den steilen Hängen des Kreises Dazu nahe Chongqing, die künstlerischen Höhepunkte liegen an den Bergen Baodingshan und Beishan.




Der Ausflug hat sich definitiv gelohnt, super beeindruckend und spannend. Solche Orte live zu sehen ist nochmal etwas anderes als auf Fotos.
Fazit
Chongqing selbst war am Ende ganz cool, aber nicht so spektakulär, wie einem das online zu findende Material weismachen will. Die Stadt besticht schon durch die vielen verschiedenen Ebenen, auf denen man sich bewegt, und nachts leuchtet alles bunt, so super faszinierend wie erwartet war es am Ende aber dann doch nicht. Muss man mal gesehen haben, reicht dann aber auch. Also doch einfach nur 3D statt 5D.


Schreibe einen Kommentar